Tipps und Tricks für die Jagd - So findet sich ein Jungjäger zurecht

Mit diesen Tipps gestaltet sich die Jagd garantiert erfolgreich!

Steigerung des Jagderfolgs bei Jungjägern- und Jägerrinnen

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Jäger- oder Jägerinnenprüfung! Das ist ja nicht so eine einfache Prüfung, bei der leider viele scheitern, und wenn man das einmal geschafft hat, dann kommt der jagdliche Alltag und auf diesen jagdlichen Alltag möchte ich jetzt etwas eingehen und ein paar Tipps geben, um die Jagdroutine und den jagdlichen Erfolg schneller eintreten zu lassen.

Zu Beginn zur Waffe. Die Waffe ist, egal ob sie im Eigentum ist oder ob es eine geführte Waffe ist, also eine geliehene Waffe, das wichtigste bei der Jagd. Daher muss man sich mit jener bedingungslos auskennen. D.h. im Folgenden: man muss sich blind mit der Waffe auskennen und sollte zu jederzeit den Zustand der Waffe beschreiben können. Vor allem während des Ansitzes in der Nacht, wenn es früh morgens ist oder dämmert, sollte der Waffenbesitzer jederzeit über den Zustand der Waffe informiert sein. Im militärischen heißtErfolgreich jagen das oder hieß das zumindest früher: die Waffe ist die Braut des Soldaten. Klingt sehr machohaft, bedeutet aber, dass der Waffenführer oder die Waffenführerin bedingungslos für die Waffe verantwortlich ist und auch für deren Zustand. Man sollte also jederzeit wissen, habe ich geladen? Wo befindet sich die Patrone? Ist die Waffe entsichert?  Wie ist der Zustand der Waffe?

Als Hinweis kann man immer sagen, die Waffe ist ein Gefahrenpotenzial. Wenn die Waffe entsichert ist, ist sie schussbereit. In der Jäger Ausbildung wird ein sehr starker Schwerpunkt auf Sicherheit und Waffen Handhabung gelegt. Im jagdlichen Alltag sollte man keine Angst vor der Waffe haben, aber durchaus Respekt. Also, wenn ich die Waffe blind bedienen kann und mit der Handhabung absolut vertraut bin, kann ich Vertrauen zu meiner Waffe als Gefahrenpotenzial haben und empfinde größte Zuversicht. Dieses Vertrauen muss sich aber erst entwickeln. Übertrieben gesagt wird in der Ausbildung der Sicherheitsaspekt soweit hervorgehoben, um eben das Gefahrenpotenzial möglichst weit zu relativieren oder auszuschließen. Stellt sich allerdings zu viel Respekt gegenüber der Waffe, durch z.B. übertriebene Furcht , ein, wird das Jagderlebnis geschädigt und der potenzielle Jagderfolg wird gemindert.

Jagdrevier einrichten

Nun zur eigentlichen Jagdausübung: dem Beziehen des Hochsitzes, der Ansitz Leiter, des Drückjagdbocks, des Erdsitzitzes, des Ansitzschirms oder auch eines Ansitzstuhls, wie zum Beispiel ein klappbarer Ansitzstuhl, ein drehbarer Ansitzstuhl oder auch einfach ein Bürostuhl. Das Ganze ist schließlich jagdliches Handwerk.

Als erstes muss sich der junge Jäger oder die Jungjägerin mit den Revier Einrichtungen vertraut machen. In der Regel wissen ehemalige Jäger oder Jägerinnen, die in diesem Revier gejagt haben, wo gute Stellen sind, um sein jagdliches Glück auszuprobieren. An dem Grundsatz „das war schon immer eine gute Stelle“, ist meistens auch etwas Wahres dran. Mein ehemaliger jagdlicher Lehrprinz, hat einmal gesagt, „geh‘ immer auf dieselbe Stelle und du weißt irgendwann mit Sicherheit welches Wild vorkommt.“ Das hat nicht unbedingt gleich mit einen Jagderfolg zu tun oder steht in keinem Erfolgszusammenhang. Wichtig ist die Ansprache des Wildes.

Vorher sollte man sich im Klaren sein, zu welchem Zeitpunkt man auf die Jagd geht, also morgens, am Tage oder abends.

Weiterhin ist die Deckung wichtig. Das bedeutet: kann ich ungestört, ohne das Wild zu beunruhigen, den Ansitz beziehen? Hierbei ist die Windrichtung von entscheidender Bedeutung.

Tipps und Tricks für die JagdNun zur Wilderkennung. Wir sagen dazu auch Ansprechen des Wildes. Am besten besorgt man sich Bildmaterial über die Hauptwildarten. Das bedeutet Bilder, Fotos, die man wiederum mit Karteikarten unterstützen kann. Damit kann man sich dann eine Art Checkliste, zum Ansprechen der jeweiligen Wildarten, erstellen. Also kurz um gesagt: ich muss wissen, was ich da vor mir habe. Je schneller ich anspreche, desto sicherer bin ich mir auch in der Entscheidung.

Ich sehe ein Stück Wild. Dann sollte ich mir schnellstmöglich im Klaren sein, was ich da vor mir habe. Das Ansprechen kann man lernen. Je schneller ich die Wildart bestimme oder auch die Altersklasse des jeweiligen Stückes, umso eher kann ich die Entscheidung treffen.

Ein kleines Beispiel dazu: Anblick auf ein Stück Rehwild. Altersschätzung: Einjährige Stück, mehrjähriges Stück? Bock, also männliches Stück, oder weibliches Stück, Ricke? Zudem sollte man selbstverständlich ebenso die Jagdzeiten im Hinterkopf haben.

Zum jagdlichen Alltag gehört, wie bereits erwähnt, auch das Kennenlernen des Reviers. Habe ich meinen Ansitz bezogen, sollte ich mir Merkmale einprägen. Was ist darunter zu verstehen? Nun, sitze ich auf einer Wiese? Bin ich im Wald? Habe ich mit Rückegassen zu tun? Jede Region und jeder Ansitz hat andere Voraussetzungen.

Wichtig ist außerdem das Einschätzen von Entfernungen. Als Jungjäger oder junge Jägerin sollte man sich zunächst auf eine kürzere Entfernung festlegen. Am besten sollte die Entfernung nicht 100 m überschreiten.

Wichtig ist des Weiteren auch die Kenntnis der sogenannten Wechsel. Hiermit sind Wildwechsel gemeint. Es handelt sich hierbei um natürliche Pfade, die das Wild zum Teil schon über Jahrhunderte benutzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Wild auf diesen Wechseln zieht, ist sehr hoch. Also bedeutet die Kenntnis der Wechsel eine Erhöhung des Jagderfolgs.

Diese Wechsel sollten bereits vor der Jagd in Augenschein genommen werden. Man sollte sich aber darüber klar sein, dass das kurzzeitige bzw. vorherige Ausgehen der Wechsel die Jagd-Ruhe gefährdet. Wenn man ausreichend Zeit hat, sollten diese Wechsel während keine Jagd vorherrscht oder ganz einfach in der Schonzeit begutachtet werden.

Nun zum eigentlichen Ansitz. Das Beziehen des Hochsitzes bzw. der jagdlichen Einrichtung, sollte natürlich in Ruhe passieren. Auch danach herrscht absolute Ruhe. Bin ich auf der Ansitzeinrichtung, so kontrolliere ich die potentiellen Richtungen nacheinander. Das bedeutet, der Kopf dreht sich von links nach rechts/von rechts nach links und man versucht jeweils ein paar Sekunden in der jeweiligen Richtung zu verweilen, wenn nur in drei Richtungen geblickt werden kann, was bei normalen Ansitzeinrichtungen der Fall ist.

Ein Problem ist immer die rückwärtige Ansicht. Der Mensch ist nicht dafür ausgelegt, dauerhaft nach hinten zu blicken. Schön ist es, wenn man auf einen drehbaren Ansitzstuhl zurückgreifen kann. Mit diesem Ansitzstuhl kann man in sämtliche Richtungen blicken, ohne den Kopf unangenehm verdrehen zu müssen. Nacheinander kann man in einem vernünftigen Zeitabstand alle Richtungen der potentiellen Wild-Erscheinung in Anblick nehmen. Dies sollte geräuschlos erfolgen. Für mich gilt in diesem Zusammenhang die 20 Sekunden Regel. Das bedeutet, auf dem Drehstuhl oder Ansitzdrehstuhl verweile ich in jede Blickrichtung für circa 20 Sekunden.

Wild schnell erkennen

Man kann diese Jagdausübung auch mit einem umgekehrten Memory Spiel vergleichen. Wenn die Gegebenheiten im Revier bekannt sind, blickt der Betrachter lediglich auf die Dinge, die dort nicht hingehören. Dies bedeutet, nach Einprägung der örtlichen Gegebenheiten blickt der Jäger nur noch auf das in seinem Revier, was unterschiedlich ist bzw. sich verändert hat. Das Unbekannte bzw. die unbekannte Gegebenheit kann in diesem Augenblick Wild sein. Je schneller der Jäger diesen Sachverhalt verinnerlicht, desto höher oder desto schneller kann der Jagd Erfolg eintreten.

Ich wünsche hiermit viel Jagd-Erfolg und Waidmannsheil!

Jagd-Doku SR3 Fernsehen